Das OLG Dresden hat entschieden, dass ein Radfahrer die Alleinschuld an einem Unfall trägt, wenn er auf einem schmalen Gehweg innerorts in der falschen Richtung fährt und mit einem eine Grundstücksausfahrt verlassenenden Pkw kollidiert.

Ein derartiges Fahrverhalten des Radfahrers stellt einen groben Verkehrsverstoß dar. Gerade wenn auf einem engen Gehweg die Sicht nach links in eine Einfahrt versperrt ist, hätte der Radfahrer aufgrund seines verbotswidrigen Verhaltens seine Fahrgeschwindigkeit stark drosseln und die von links drohende Gefahrenquelle aufmerksam beobachten und jederzeit Bremsbereitschaft herstellen müssen.

Eine Verletzung der Sorgfaltspflichten gemäß § 10 StVO auf Seiten des Autofahrers liegt nicht vor, wenn der Autofahrer langsam und im ersten Gang aus der Ausfahrt herausfährt. Strengere Sorgfaltsanforderungen als das langsame Herausfahren aus einer Einfahrt in Schritttempo sind einem Autofahrer gemäß § 10 StVO nicht aufzuerlegen.

Selbst wenn den Autofahrer wegen eines minimal überhöhten Ausfahrttempos ein geringes Mitverschulden trifft, ist dieses einschließlich der Betriebsgefahr des Fahrzeuges gegenüber dem Verschulden des grob fahrlässig handelnden Radfahrers unerheblich. Den Radfahrer trifft die alleinige Schuld.