Der BGH hat entschieden, dass bei einem Verkehrsunfall zwischen einem Fußgänger und einem Kfz nur schuldhaftes Verhalten des Fußgängers beachtet werden darf, das zu dem Schaden oder dem Schadensumfang beigetragen hat.

Die Beweislast für ein unfallursächliches Mitverschulden des Fußgängers trägt regelmäßig der Fahrzeugführer.

Das Gericht weist darauf hin, dass grundsätzlich der Fahrzeugführer aufgrund der Betriebsgefahr seines Fahrzeuges für den unfallbedingten Schaden des Fußgängers einzustehen hat, weil kein Fall höherer Gewalt vorliegt. Der Fahrzeugführer haftet daher aufgrund der Gefährdungshaftung in vollem Umfang. Im Rahmen der Beurteilung eines Mitverschuldens des Fußgängers kann die Gefährdungshaftung des Fahrzeugführers sodann entfallen, wenn das Verhalten des Fußgängers ein grob verkehrswidriges Verhalten darstellt. Wenn ein Fußgänger alkoholisiert eine innerörtliche Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten, handelt er grob verkehrswidrig. Für dieses grob verkehrswidrige Verhalten des Fußgängers trägt der Fahrzeugführer die Beweislast. Er muss daher beweisen, welche Wegstrecke der Fußgänger auf der Fahrbahn bis zum Erreichen des Kollisionsortes zurückgelegt hat, dass der Fußgänger für ihn nicht erkennbar war und der Unfall durch eine sofortige Notbremsung nicht hätte vermieden werden können.