Wählt ein Geschädigter den Weg der Ersatzbeschaffung, obwohl nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot nur ein Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten besteht, und rechnet er den Schaden konkret auf der Grundlage der Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges ab, so steht ihm ein Anspruch auf Erstattung von Umsatzsteuer in Höhe des Umsatzsteuerbetrages zu, der auch bei Durchführung der notwendigen Reparatur angefallen wäre.

Nach der Rechtsprechung des BGH steht einem Geschädigten im allgemeinen zwei Wege der Naturalrestitution zur Verfügung: Die Reparatur des Unfallfahrzeuges oder die Anschaffung eines „gleichwertigen Ersatzfahrzeuges“. Bei der Auswahl hat der Geschädigte das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten.

Entscheidet sich ein Geschädigter für die Anschaffung eines gleichwertigen Ersatzfahrzeuges und legt er die Ersatzbeschaffung gegenüber dem Schädiger und seiner Versicherung offen, so handelt es sich um eine konkrete Schadensabrechnung mit der Folge, dass der Geschädigte die durch Gutachten nachgewiesenen Nettoreparaturkosten sowie die Umsatzsteuer verlangen kann, welche bei Durchführung der Reparatur entstanden wäre.

Da eine konkrete Schadensabrechnung erfolgt, steht dem Geschädigten darüberhinaus eine Nutzungsausfallsentschädigung für die erforderliche Ausfallzeit zu, d.h. für die notwendige Reparatur bzw. Wiederbeschaffungsdauer zzgl. der Zeit für die Schadensfeststellung und ggf. einer angemessenen Überlegungszeit.