Die Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger ist rechtswidrig, wenn zum Zeitpunkt der Anordnung die während der Probezeit begangene Ordnungswidrigkeit bereits im Verkehrszentralregister getilgt bzw. tilgungsreif ist.

Nach § 2a Abs. II 1 Nr. 1 StVG ist die Verwaltungsbehörde verpflichtet, gegen einen Fahranfänger die Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar auszusprechen, wenn er während der Probezeit einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß begeht, welcher in das Verkehrszentralregister (sog. „Flensburger Register“) einzutragen ist.

Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim weist darauf hin, dass die äußerste zeitliche Grenze für die Verwertbarkeit einer Ordnungswidrigkeit bei der Anordnung des Aufbauseminars die Tilgungsreife der Ordnungswidrigkeit im Verkehrszentralregister ist. Die Verwaltungsbehörde darf ihre Anordnung daher nur mit Eintragungen begründen, die noch nicht im Verkehrszentralregister gelöscht, bzw. löschungsreif sind.