Das Kind als Radfahrer – begleitet von den Eltern – trotzdem kracht´s!

Verursachen minderjährige Kinder als Radfahrer in Begleitung einer Aufsichtsperson einen Unfall, so genügen diese ihrer Aufsichtspflicht, indem sie z.B. bei einem vierjährigen Kind in einem Abstand von ca. 20 m dem Minderjährigen folgen und es dabei ständig im Blick haben.
Nach einer Entscheidung des OLG Koblenz muss ein auf dem Bürgersteig radelndes fünfjähriges Kind nicht derart eng überwacht werden, dass der Aufsichtspflichtige jederzeit eingreifen kann. Ebenso muss die Aufsichtspflichtige nicht dafür sorgen, dass das Kind generell vor Abbiegungen des Gehweges anhält oder dort verharrt. Erforderlich ist hingegen, dass der Aufsichtspflichtige dem Kind auf Sicht oder Rufweite folgt. Ein derartiger Pflichtenverstoß ist jedoch dann unerheblich, wenn es bei Beachtung der Verpflichtung der Unfall nicht hätte vermieden werden können.
Soweit im öffentlichen Verkehrsraum spielende Kinder Schäden verursachen, hat der BGH in zwei richtungsweisenden Entscheidungen ausgeführt, dass ein Aufsichtspflichtiger dafür zu sorgen hat, dass ein Kind im Alter von 5 ½ Jahren auf einem Spielplatz in regelmäßigen Abständen von höchstens 30 Minuten kontrolliert wird. Bei einem normal entwickelten 7 ½ jährigen Kind sei im Allgemeinen hingegen das Spielen im Freien auch ohne Aufsicht gestattet, wenn die Eltern sich über das Tun und Treiben in groben Zügen einen Überblick verschafften. Eine Kontrolle im Zwei-Stunden-Takt sei dabei ausreichend.