Wer in die USA reist, kommt meist nicht um einen Mietwagen herum. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist nicht besonders gut ausgebaut und die Entfernungen sind weit. Wer sich für eine Tour durch mehrere Bundesstaaten oder Offroad entscheidet, braucht in jedem Fall einen Wagen. Doch beim Auto mieten in den USA sollte man einiges bedenken. Versicherungen, die richtige Wagengröße, Tankregelungen und nicht zuletzt die Besonderheiten des US-amerikanischen Verkehrs sind entscheidende Punkte, um die Sie sich vor Ihrer Reise Gedanken machen sollten. Wir haben die wichtigsten Eckdaten für Sie zusammengestellt, damit Sie unbeschwert Ihr Abenteuer USA starten können.

Auto mieten in den USA – Besonderheiten und Tipps

Generell gilt wie immer bei Reisen, auf denen man einen Mietwagen buchen möchte, dass man es nicht erst vor Ort, sondern im Vorhinein macht. Informieren Sie sich schon vor der Reise über günstige Angebote und prüfen Sie, was am Urlaubsort beachtet werden muss. Wir haben eine generelle Checkliste für die Mietwagenbuchung  in unserem Beitrag Mietwagen Versicherung – Welche Versicherungen brauche ich? zusammengestellt, an der Sie sich orientieren sollen. Zusätzlich zu diesen grundlegenden Tipps wollen wir Ihnen nun aber die Besonderheiten beim Auto mieten in den USA vorstellen.

Altersgrenzen für Mietwagen in den USA

Ein wichtiger Punkt, wenn Sie ein Auto in den USA mieten wollen, ist das Mindestalter. Im Gegensatz zu den europäischen Ländern muss man bei einer Mietwagenbuchung in den USA das 25. Lebensjahr vollendet haben. Ist man jünger als 25 Jahre, ist es aber trotzdem möglich, einen Mietwagen zu bekommen – gegen eine Gebühr. Die Jungfahrergebühr ist ein täglicher Aufschlag, den Sie entrichten müssen. Die Höhe variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat und zwischen den Anbietern. Rechnen müssen Sie wohl mit Mehrkosten von 20 bis 30 Dollar pro Tag.

Generell kann man so also auch in einem Alter zwischen 21 und 24 Jahren buchen, im Bundesstaat New York sogar schon mit 18. Aber es lauert noch eine weitere Hürde für Fahrer unter 25 Jahren. Gar nicht so selten ist es üblich, dass es noch zusätzliche Einschränkungen bezüglich der Klasse der Mietwagen gibt. Manche Mietwagenklassen wie beispielsweise die LM (Minivans) dürfen grundsätzlich nur ab einem Alter von 25 Jahren angemietet werden. In diesen Fällen gibt es dann auch keine Jungfahrergebühren, die es dennoch möglich machen. Sich vorab genau zu informieren, hilft also in jedem Fall und beugt Überraschungen am Urlaubsort vor.

Auto mieten in den USA – auf die Größe achten

Beim Auto mieten in den USA kommt es auf die Größe an. Es existiert eine unüberschaubare Zahl von Fahrzeugklassen und -kategorien. Die kleinste Klasse ist die Economy, dann geht es weiter über Compact, Premium und Luxury bis hin zu den SUV von Minivan bis hin zum Premium SUV. Man bucht immer nur eine Kategorie, keinen speziellen Wagen.

Wählen Sie kein zu kleines Fahrzeug, vor allem nicht, wenn Sie auch etwas Gepäck dabei haben. Die Kofferräume amerikanischer Autos sind meist viel kleiner als die der europäischen, auch wenn es europäische Automarken sind. Informieren Sie sich genau, wie viel der Kofferraum fassen kann. Wichtig zu wissen ist auch, dass Sie bis zur Kategorie Full-Size auch einen Zweitürer bekommen können. Wir empfehlen, bei großen Koffern auf die Kategorien Premium und Luxury zu setzen oder für Off-Road-Trips unbedingt in dem großen Angebot an SUVs zu schauen. Eine Anmietung der Compact- oder Economy-Kategorie ist nur empfehlenswert, wenn Sie höchstens zu zweit reisen und nicht so viel Gepäck mit sich führen.

Die Ausstattung und das Alter der Mietwagen in den USA sind sehr gut. Meist bekommt man Autos, die nicht älter als zwei Jahre sind. Klimaanlage, USB-Anschluss, Automatikgetriebe sind Standard, wenn Sie ein Auto in den USA mieten.

Einweggebühren für Mietwagen in den USA

Wenn man seine Route bei einer Rundreise durch die USA plant, kommt man schnell zu dem Schluss, diese Rundreise nicht ganz rund zu machen, sondern an einem anderen Ort zu beenden als man sie gestartet hat. Das hat zur Folge, dass man den Mietwagen eben auch an einem anderen Ort abgeben muss. Man muss also eine Einwegmiete buchen und das hat meist den unangenehmen Nebeneffekt eines Aufschlags. Dieser hat es oft ganz schön in sich und schlägt mit 300 bis 500 Euro in der Reisekasse zu Buche.

Oftmals findet man diese Einweggebühren bei der Suche nach einem Mietwagen nur im Kleingedruckten. Informieren Sie sich also auch darüber ganz genau und überlegen Sie, ob sich die Kosten für die Einwegmiete trotzdem lohnen, weil der Weg zurück entweder sehr lang oder sehr langweilig ist.

Internationaler Führerschein und Reisepass

Internationaler Führerschein in den USA

Immer wieder werden wir gefragt, ob man den internationalen Führerschein in den USA benötigt. Unsere Antwort darauf lautet immer: ja. Auch wenn die USA mit vielen Ländern Abkommen hat, dass man einen Mietwagen bis zu einem Jahr mieten kann. Ein deutscher Führerschein ist in den USA aber rein rechtlich betrachtet nur geduldet, nicht ausdrücklich erlaubt. Das liegt daran, dass die USA und Deutschland unterschiedlichen Abkommen über Kraftfahrzeuge und den Straßenverkehr angehören. Dennoch wird der deutsche Führerschein fast in allen Bundesstaaten der USA akzeptiert, aber eben nicht in allen. IN manchen Staaten wie Florida beispielsweise ist das Mitführen eines internationalen Führerscheins verpflichtend.

Einzelfälle machen deutlich, wie wichtig es sein kann, sicherheitshalber immer den internationalen Führerschein mit sich zu führen. Der ADAC berichtet von Personen, bei denen die nur geduldete deutsche Fahrerlaubnis beanstandet wurde und die Personen mit Bußgeldern und Gerichtsverhandlungen belegt wurden.

Wie bekommt man einen internationalen Führerschein?

Es ist kein großer Aufwand damit verbunden, einen internationalen Führerschein zu bekommen. Sie können ihn auf jeder örtlichen Führerscheinstelle mit dem EU-Führerschein im Kartenformat beantragt werden. In der Regel wird er sofort gegen eine Gebühr von 15 Euro noch vor Ort ausgestellt. Halten Sie auch Ihren Personalausweis oder einen Reisepass und ein biometrisches Photo bereit.

Wichtig: Mit der alten Fahrerlaubnis im Papierformat ist es nicht möglich, den internationalen Führerschein zu bekommen. Der EU-Führerschein im Kartenformat ist zwingend notwendig.

Auto mieten in den USA – die Versicherungen

Vor allem bei den Versicherungen muss man beim Auto mieten in den USA ganz genau hinschauen. Eine Vollkaskoversicherung ist unbedingt notwendig und dennoch deckt sie noch nicht alles ab. Spezielle Zusatzversicherungen wie die gegen unterversicherte oder nichtversicherte Unfallgegner sind empfehlenswert. Wir haben diesem sehr komplexen Thema einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Lesen Sie alles über die Versicherungen für Mietwagen in den USA.

Auto mieten in den USA – Tipps für unterwegs

Sind Sie dann mit dem Mietwagen in den USA unterwegs müssen Sie sich um andere Verkehrsregeln, Tankregeln und Verkehrskontrollen kümmern. Wir haben die wichtigsten Regeln für Sie gesammelt.

Verkehrsregeln in den USA

Auch bei den Verkehrsregeln gibt es einiges zu beachten. Tempolimits, Alkohol am Steuer und Vorfahrtsregeln unterscheiden sich teilweise stark von den Regeln in Deutschland und Europa. Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

  • Fußgänger haben immer Vorrang. Hier sollte man unbedingt aufpassen, damit kein Unfall passiert, denn das kann sehr teuer werden.
  • Schulbusse haben immer Vorfahrt. Auch, wenn sie ohne Warnblinkanlage irgendwo stehen, müssen Sie äußerst behutsam fahren oder am besten stehen bleiben und warten, bis der Bus wieder anfährt. Bei blinkenden Warnleuchten gilt das Überholverbot übrigens auch auf der gegenüberliegenden Fahrbahn.
  • Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind je nach Bundesstaat sehr unterschiedlich. Generell sind sie aber immer ausgeschildert, sodass Sie sich danach richten können.Auf den Interstate Highways sind meist Geschwindigkeiten zwischen 89 und 129 km/h, also 55 bis 80 Meilen pro Stunde, erlaubt. Die Federal Highways sind mit 55 bis 65 Meilen pro Stunde mit unseren Landstraßen vergleichbar. Innerorts gilt meist die Obergrenze von 55 mph. Die Tempolimits werden gern, oft und streng kontrolliert, auch aus der Luft.
  • Grundsätzlich darf man in den USA rechts und links überholen. Nur, wenn ein entsprechendes Schild eindeutig darauf hinweist, darf nur links überholt werden. Viele Straßen, besonders außerhalb der Ortschaften sind sechs-bis achtspurig. Versuchen Sie in der Mitte zu fahren. Die rechten Spuren werden meistens für abrupte Bremsungen, um schnell abzufahren, genutzt und stellen ein Risiko für Auffahrunfälle dar.
  • Rechtsabbiegen ist grundsätzlich auch bei roter Ampel erlaubt. Nur ein eindeutiges Verbotsschild schränkt dieses Gebot ein. Die Ampeln sind meist erst auf der gegenüberliegenden  Seite der Kreuzung angebracht.
  • Carpoolspuren sind vor allem in Ballungsräumen gar nicht so selten. Auf diesen Spuren ist nur das Fahren für Fahrzeuge mit mehreren Insassen erlaubt. Ab wievielen INsassen eine Spur zur Carpoolspur wird, zeigen Schilder an. Zwei, drei oder auch vier Personen sind möglich.
  • Viele Kreuzungen in den USA sind mit Stoppschildern ausgerüstet. Oft sind das die All-Way-Stoppschilder, also alle vier Straßen haben eins. Wer darf nun also zuerst fahren? Vorfahrt hat in solchen Situationen das Fahrzeug, welches zuerst gehalten hat. Danach geht es in der Reihenfolge der Ankunft der Fahrzeuge an der Kreuzung weiter. Am besten, Sie verständigen sich mit den anderen Fahrzeugführern mit Handzeichen.
  • Auch das Parken ist ein wenig anders geregelt als in Deutschland und Europa. Grundsätzlich können Sie in den Städten an Bordsteinkanten immer parken. Achten Sie aber auf einen Abstand von mindestens drei Metern zu Bushaltestellen und Wasserzapfsäulen. Ansonsten gilt ein Farbcodesystem:

Rot: Absolutes Halteverbot
Gelb/Schwarz: bis zu 10 Minuten Entladen und Beladen möglich
Grün: bis zu 10 Minuten Parken erlaubt
Weiß: maximal 5 Minuten Parkzeit (nur Ein-und Aussteigen)
Blau: Parkplatz für Menschen mit Behinderung

Tanken in den USA

Beim Tanken in den USA ist vor allem eines wichtig: erst wird bezahlt, dann getankt. Das Bezahlen funktioniert meist mit Kreditkarte. Sie wird in einen Schlitz in der Tanksäule eingesteckt. Zur Identifikation benötigen Sie Ihre Postleitzahl (ZIP-Code). Manchmal kommt es vor, dass die deutschen Postleitzahlen nicht angenommen werden. Dann wenden Sie sich an einen Kassierer in der Tankstelle. Sie können nun tanken, soviel wie in den Wagen passt oder auch einen Betrag angeben, für den Sie tanken möchten. Das letztere funktioniert aber nicht überall.

Tanken in den USA Tankpistole steckt im Tank

Es ist auch Barzahlung möglich. Dann müssen Sie aber genau wissen, wie viele Gallonen in den Tank sollen und die Kassiererin oder der Kassierer, bei denen Sie bezahlen, gibt dann die Zapfsäule frei. Ist der bezahlte Betrag erreicht, stoppt die Säule automatisch. Manchmal ist das Bezahlen mit Kreditkarte teurer als die Barzahlung. Es ist aber immer sehr deutlich ausgeschildert. Zu guter Letzt noch ein Hinweis: In den USA ist das Benzin recht billig. Erschrecken Sie nicht, wenn Sie dennoch sehr hohe Preise an den Zapfsäulen sehen. Es wird in Gallonen betankt und abgerechnet. Eine Gallone sind über 3,5 Liter, also wirklich günstiger als in Deutschland und Europa.

Tipps zum Fahren mit Automatikgetriebe

Für viele deutsche Autofahrer ist es recht ungewohnt, mit einem Automatikgetriebe zu fahren. Deswegen hier noch eine kleine Übersicht über die Modi am Schalthebel:

  • P bedeutet Park. Diesen Modus benötigen Sie zum Motor anlassen und ausschalten.
  • N heißt Neutral. Das ist der Leerlauf.
  • D bedeutet Drive und erlaubt das Vorwärtsfahren mit automatischer Gangwahl.
  • S ist der Sportmodus. Mit dieser Einstellung mit automatischer Gangwahl ist eine sportliche Fahrweise möglich.
  • R bedeutet Reverse und ist der Rückwärtsgang.

Polizeikontrollen und Verkehrsverstoßahndungen

Auch in den USA gibt es natürlich Verkehrskontrollen und es werden Strafen fällig, die teilweise recht hoch ausfallen. Erinnern Sie sich an unsere Hinweise wegen der Schulbusse? Fahren Sie an einem vorbei und werden dabei ertappt, müssen Sie mit einer Geldstrafe von rund 240 Euro rechnen. Auch das Überfahren von roten Ampeln zieht natürlich eine Strafe nach sich. 277 Euro kostet Sie der Rotlichtverstoß. Im Übrigen darf man in den USA bei gelber Ampel immer fahren. Es gibt keinen Gelblichtverstoß wie in Deutschland. Auch falsches Parken wird schnell teuer. Je nachdem, in welcher Situation Sie falsch geparkt haben und ob Sie noch jemanden behindert haben, können bis zu 160 Euro fällig werden.

Besonders hart sind die Strafen bei Geschwindigkeitsübertretungen. Hier sind die Amerikaner ganz besonders allergisch, kontrollieren oft und viel. Bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 10 mph werden mindestens 180 Euro fällig. 250 Euro und mehr bei massiveren Überschreitungen sind nicht selten. Die Strafen werden verdoppelt, wenn Sie die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem Baustellenbereich begehen.  Auch hier gilt: Sind Sie in eine Kontrolle geraten und müssen mit einem Bußgeld rechnen, sollten Sie es nicht schon direkt vor Ort entrichten müssen, was keine Seltenheit ist, dann wenden Sie sich an unsere Fachanwälte der Anwaltskanzlei Wegener. Sie sind Experten im Verkehrsrecht und helfen Ihnen auch, wenn Sie Ihre Verkehrssünde in einem fremden Land begangen haben.