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In mittlerweile 56 Umweltzonen in Deutschland benötigt man die grüne Umweltplakette, um diese befahren oder durchfahren zu können. Die Feinstaubplakette ist an der Windschutzscheibe angebracht und zeigt auf den ersten Blick, in welche Schadstoffklasse das Kraftfahrzeug eingeordnet wurde. Die Umweltzone ist ein geographisch eingegrenztes Gebiet, in dem durch das Verbot von nicht als schadstoffarm gekennzeichneten Fahrzeugen die lokale Luftqualität verbessert werden soll. Man findet die Umweltzonen oder auch Niedrig-Emissions-Gebiete vor allem in Ballungsräumen und Großstädten. Welche Plaketten es gibt, auf welchen gesetzlichen Grundlagen die Plaketten eingeführt worden sind, wie sie anzubringen sind, wann mit einer Strafe zu rechnen ist und welche Ausnahmeregelungen es gibt, erfahren Sie in unserem Artikel.

Umweltplakette – Gesetzliche Grundlagen

Die Grundlage für die Einführung der Feinstaub- oder Umweltplakette bildet die Verordnung über die Kennzeichnung emissionsarmer Fahrzeuge vom 10.10. 2006. Diese ist am 16. 10 2006 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und bundesweit am 1.3. 2007 in Kraft getreten. Sie läuft auch unter der Bezeichnung 35. BImSchV, die wir im Folgenden als Abkürzung verwenden. Die BImSchV, die BundesImmissionsSchutzVerordnung, erfuhr im Laufe der Jahre einige Anpassungen und Veränderungen.

Die 35. BlmSchV ermöglicht es Städten und Gemeinden, Umweltzonen auszuweisen, die nur eingeschränkt befahren werden dürfen. Wer diese Zonen, die eindeutig mit Schildern gekennzeichnet werden müssen, befahren darf, richtet sich nach den Emissionswerten, die in einem Ampelsystem auf den Plaketten abgebildet werden.

Die deutschen Umweltzonen basieren auf zwei europäischen Richtlinien:

  • Richtlinie 1996/26/EG vom 27.09.1996 ermöglicht in Artikel 8 Absatz 3 die Einrichtung von Schutzzonen
  • Richtlinie 1999/30/EG des Rates über die Grenzwerte von Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft vom 22.04. 1999 Artikel 5 Absatz 5

Am 02.08.2010 wurde noch die Richtlinie 2008/50/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 über die Luftqualität und saubere Luft für Europa im 39. BImSchV umgesetzt. Hier lag der Fokus vor allem auf Emissionshöchstmengen und Luftqualitätsstandards

 

Welche Arten der Umweltplakette gibt es?

Ursprünglich eingeführt wurden Umweltplaketten in einem Ampelsystem. Entweder bekam das Kraftfahrzeug keine, eine rote, eine gelbe oder eine grüne Plakette. Die Farben entsprechen einer Klassifikation in Schadstoffgruppen, die sich nach dem Ausstoß von Emissionen richten. Mit der grünen Umweltplakette können alle Umweltzonen befahren werden, die gelbe und rote Umweltplakette erlaubte es einzelnen Dieselfahrzeugen, die Umweltzonen zu befahren. Seit 2010 schon ist es mit einer roten Umweltplakette nicht mehr erlaubt, in eine Umweltzone zu fahren und seit 2015 auch mit einer gelben Feinstaubplakette nicht mehr. Eine Ausnahme bildet noch die Stadt Ulm, in der Sie noch mit einer gelben Umweltplakette in das Niedrig-Emmissions-Gebiet fahren dürfen.

Wie erkenne ich, welche Umweltplakette mein Auto bekommt?

Geregelt wird die Zuweisung der Feinstaubplakette in Deutschland über die Typenschlüsselnummer im Kfz-Brief. Für außerhalb Deutschlands zugelassene Fahrzeuge wird der Plakettentyp über das Zulassungsjahr und die Euro-Klasse festgelegt. Durch den Nachweis über die Nachrüstung eines Partikelfilters für Diesel-Fahrzeuge mit der Euro-Klasse 3, kann das Fahrzeug eine Einstufung in die nächsthöhere Schadstoffklasse, also die Zulassung für die grüne Feinstaub-Plakette, bekommen.

Einordnung der Schadstoffklasse-Typen über den Typenschlüssel im Kfz-Brief:

Umweltplakette Benziner Diesel
Gelbe Plakette 30 – 31, 36, 37, 42, 44 – 52, 72
Grüne Plakette 01, 02, 14, 16, 18 – 75, 77 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55 – 59, 60 – 70, 73 – 75

Die vereinfachte Erkennung der Schadtstoffklasse und damit die Farbe der Umweltplakette ist in § 6 der Kennzeichnungsverordnung festgelegt.

Hier gelten die EU-Normen 2, 3 und 4. Eine Übersicht des Umweltbundesamtes zeigt, welche Fahrzeuge welche Plakette erhalten:

Die grüne Plakette erhalten Diesel-Fahrzeuge mit Euro 4 oder 3 und Partikelfilter sowie Benziner mit geregeltem Kat nach Anl. XXIII StVZO bzw. Euro 1 oder besser. Die gelbe Plakette erhalten Diesel-Fahrzeuge mit Euro 3 oder 2 und Partikelfilter.

Braucht jedes Kraftfahrzeug eine Umweltplakette?

Grundsätzlich gibt es keine Verpflichtung, Ihr Fahrzeug mit einer Feinstaubplakette auszurüsten. Wollen Sie allerdings in eine Umweltzone fahren, dann ist die Kennzeichnung durch die entsprechende Plakette, mittlerweile praktisch nur noch die grüne, unumgänglich. Alle deutschen Großstädte, ausgenommen Hamburg, haben mittlerweile eine Umweltzone und das Ruhrgebiet ist quasi ein gesamtes Umweltplakettengebiet.

Eine Karte des Bundesumweltamtes gibt einen aktuellen Überblick über die Umweltzonen und freigegebenen Schadstoffklassen, also Typen von Umweltplaketten, mit denen Sie die Zonen befahren dürfen:

Fahren Sie ohne die Umweltplakette in diesen Zonen, so droht Ihnen ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro. Seit der Reform des Bußgeldkataloges im Jahr 2014 droht allerdings kein Punkt im Verkehrssünderkatalog Flensburg mehr.

Ausnahmen – auch ohne Plakette in Umweltzonen fahren

Für einige Fahrzeuge gelten Ausnahmen beim Befahren von Umweltzonen in Deutschland.

  • mit einem H-Kennzeichen versehene Oldtimer
  • Motorräder und andere zweirädrige Kraftfahrzeuge, ausgenommen Quads und Trikes, die eine PKW-Zulassung benötigen
  • Fahrzeuge der Feuerwehr, Krankenwagen und Fahrzeuge von Ärzten im Noteinsatz
  • Arbeitsmaschinen und forst-und landwirtschaftliche Zugmaschinen
  • Fahrzeuge blinder Menschen und zur Beförderung schwerbehinderter Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung, beidseitiger Phokomelie oder Amelie und vergleichbaren Funktionseinschränkungen (hier gelten die Einstufungen im Schwerbehindertenausweis aG, H oder Bl)

Elektroautos benötigen eine Umweltplakette, auch wenn sie keinen Feinstaub ausstoßen. Sie erhalten grundsätzlich eine grüne Umweltplakette. Die Kennzeichnungspflicht besteht, weil Elektroautos nicht eindeutig als solche erkennbar sind.

Sie finden im Internet viele Tabellen, mit deren Hilfe Sie die Farbe der Plakette für Ihr Kraftfahrzeug bestimmen können. Anlaufstellen sind unter anderem der TÜV oder die DEKRA.

Anbringen der Umweltplakette

Die Umweltplakette muss gut sichtbar an der Innenseite der Windschutzscheibe des Kraftfahrzeuges angebracht werden. Dies ist in der 35. BImSchV geregelt.

„Zur Kennzeichnung eines Kraftfahrzeuges ist die Plakette deutlich sichtbar auf der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen“ (35.BlmSchV, §3).

In den meisten Fällen bietet sich hier die linke untere Ecke des Beifahrerbereiches an. In der oberen Ecke ist das Anbringen zwar auch möglich, da aber die meisten Autos einen grünen Keil im oberen Bereich der Windschutzscheibe haben, wird die Sichtbarkeit der Plakette dadurch beeinträchtigt und kann als nicht angebracht bzw. nicht eindeutig sichtbar angebracht gelten und somit auch ein Bußgeld nach sich ziehen. Sie können die Plakette auch im unteren Bereich auf der Fahrerseite anbringen, solange sie das Sichtfeld des Fahrzeugführers nicht beeinträchtigt.

Die Feinstaubplakette muss so angebracht werden, dass sie nicht ohne ihre eigene Zerstörung entfernt werden kann. Das heißt, eine Anbringung mit zum Beispiel Klebestreifen ist nicht zulässig. Auch das einfache Hineinlegen auf die Konsole reicht nicht aus.

Auf der Umweltplakette muss das Kfz-Kennzeichen eingetragen sein, sonst ist sie nicht gültig. Achten Sie darauf, dass diese Kennzeichnung nicht zu sehr verblasst ist, so dass sie unkenntlich wird. Auch in diesem Fall droht ein Verwarngeld in Höhe von 80,00 Euro. Sollte Ihnen ein Verwarngeld ausgesprochen werden, setzen Sie sich immer zuerst mit einem Fachanwalt in Verbindung, der Ihnen hilft. Ein Verwarngeld kann zum Beispiel nicht ausgesprochen werden, wenn Sie beim Parken in einer Umweltzone ohne grüne Plakette erwischt werden, da nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, wie das Fahrzeug dorthin gekommen ist. Es gilt nur das Befahren-Verbot. Das Amtsgericht Bremen hat entschieden, dass in solch einem Fall keine rückwirkende Verfolgung des vorherigen Verstoßes aufgenommen werden kann.

Wo bekommt man die Umweltplakette her?

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, eine Umweltplakette zu kaufen. Es tummeln sich viele Anbieter im Internet, bei denen die Preise für eine Plakette zwischen 5 und 20 Euro variieren. Den Fahrzeugschein müssen Sie grundsätzlich vorweisen, auch bei einer Online-Bestellung. In diesem Falle muss meistens eine Kopie per Fax, Post oder E-Mail zugesandt werden. Meist sind die Angebote im Internet deutlich teurer als wenn Sie die Plakette bei einer Kfz-Zulassungsstelle, beim TÜV, der DEKRA, anderen Überwachungsorganisationen oder einer Kfz-Werkstatt mit Zulassung für die Durchführung von Abgasuntersuchungen (AU) erwerben. Bei diesen Anbietern müssen sie lediglich mit 5 Euro, manchmal gering höher, rechnen.

Gültigkeit und Regelungen für ausländische Fahrzeuge

Die Feinstaubplakette gilt in allen Umweltzonen der Bundesrepublik Deutschland. Es ist völlig egal, wo sie gekauft wurde und wo Ihr Fahrzeug zugelassen ist. Die Plakette ist nicht zeitlich beschränkt. Ersetzt werden muss die Plakette, sobald sie unleserlich geworden ist, wie oben erwähnt, sonst droht ein Verwarngeld.

Haben Sie nur eine deutsche Feinstaubplakette, dürfen Sie Umweltzonen im Ausland, wie in Dänemark, den Niederlanden, Österreich oder jetzt auch neu in Straßburg nicht befahren. Es wird eine Plakette des jeweiligen Landes benötigt. Dies gilt auch umgekehrt für ausländische Fahrzeuge in Deutschland. Die landesspezifischen Plaketten können online bestellt werden, aber auch vor Ort gekauft werden. Es wird eine EU-weite gesetzliche Regelung und Umweltplakette angestrebt, um das Verfahren zu vereinfachen, da aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Luftqualität immer mehr Umweltzonen in den EU-Ländern eingeführt werden.

 

Blaue Umweltplakette Dieselfahrverbot

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Die blaue Umweltplakette