Auch richtiges Einordnen erspart nicht den Schulterblick.

Es kommt häufig zu Unfällen zwischen Radfahrern, die von der Fahrbahn nach links abbiegen und Autofahrern, die diese Radfahrer überholen wollen.
Wenn sich ein Radfahrer zur Fahrbahnmitte hin einordnet und durch Handzeichen signalisiert, dass er nach links abbiegen will, besteht für den hinter ihm fahrenden Autofahrer eine sogenannte „unklare Verkehrslage“, bei der er den Radfahrer nicht überholen darf (§ 5 Abs. 3 Nr. 1 StVO). Allerdings muss sich auch der Radfahrer, der sich ordentlich eingeordnet hat, durch die doppelte Rückschau (Schulterblick) vergewissern, dass ein Linksabbiegen gefahrlos möglich ist (§ 9 Abs. 1 Satz 4 StVO). Kommt es in solch einer Situation zu einem Unfall, kann dem Radfahrer zumindest eine Mitschuld, je nach Sachlage sogar die alleinige Schuld angelastet werden.