Die gegnerische Versicherung kann dem Geschädigten die Werkstatt nicht vorschreiben.

Als Geschädigter in einem Verkehrsunfall hat man für die Reparatur seines Fahrzeuges die freie Werkstattwahl. Man braucht sich von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für eine beabsichtigte Reparatur seines Fahrzeuges nicht auf günstigere Werkstätten verweisen zu lassen.

Nur im Bereich der sogenannten „fiktiven Schadensabrechnung“, also wenn der Schaden ausschließlich auf Basis eines Kostenvoranschlages oder Schadengutachtens abgerechnet werden soll, ohne dass eine Reparatur stattfindet, kann die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf günstigere Reparaturmöglichkeiten verweisen und die Ansprüche insoweit kürzen.

Dies ist jedoch auch nur dann möglich, wenn das geschädigte Fahrzeug älter als drei Jahre ist. Außerdem muss die Versicherung Werkstätten benennen, die für den Geschädigten ohne weiteres und ohne unverhältnismäßigen Aufwand zu erreichen sind und die fachlich eine im Vergleich zur Markenwerkstatt vergleichbare Leistung erbringen können.