Wer zahlt bei einem Sturz in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Kommt ein Fahrgast in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund eines Fahrmanövers des Fahrers (z.B. Notbremsung) zu Fall und verletzt sich dabei, spricht der Beweis des ersten An-scheins dafür, dass sich der Fahrgast nicht ausreichend festgehalten hat.

Das Kammergericht hat in einem entsprechenden Fall entschieden, dass den Fahrgast die alleinige Schuld trifft und seine geltend gemachten Schadensersatzansprüche daher zurückgewiesen. Ein Fahrgast, der sich während der Fahrt keinen festen Halt verschafft, obwohl ihm das möglich gewesen wäre, handelt grob schuldhaft.

Etwas anderes gilt möglicherweise dann, wenn mehrere Fahrgäste gleichzeitig stürzen und sich verletzten. Dann kann ein Mitverschulden beim Fahrer gesehen werden. Das alleinige Verschulden des Fahrers lässt sich jedoch in derartigen Fällen nur bei einem ihm nachgewiesenen groben Pflichtverstoß rechtfertigen.