Ist die Versicherung berechtigt, die Sachverständigenkosten zu kürzen?

Das Amtsgericht Berlin-Mitte bestätigte kürzlich, dass die Versicherung keine Kürzung der Sachverständigenkosten vornehmen darf. Der Unfallgeschädigte muss keine Marktforschung bezüglich eines „günstigeren“ Sachverständigen betreiben. Das heißt allerdings nicht, dass Honorare in beliebiger Höhe zu erstatten sind. Sie müssen der Üblichkeit im Sinne von § 315 BGB entsprechen. Üblich ist das, was nicht den Rahmen sprengt, jedoch nicht das, was genau den Durchschnitt darstellt. Soweit die Überschreitung nicht maßlos ist, sind die Sachverständigenkosten zu zahlen. Selbst wenn die Überschreitung maßlos ist, muss zudem der Geschädigte dies erkannt oder beeinflusst haben. Anderenfalls bleibt es bei der Zahlungspflicht der Versicherung.

Autor:
Rechtsanwalt Mario Geißler
Fachanwalt für Verkehrs- und Versicherungsrecht