Bundesallee 030 - 86 47 10 0 10717@AWWGroup.de

Sich einen Mietwagen zu nehmen, wird immer mehr zum Trend. Vor allem im Urlaub wollen wir mobil sein und die Gegend um unseren Aufenthaltsort erkunden oder gleich ganz mit dem Mietwagen quer durchs Land fahren. Da verwundert es nicht, dass die Mietwagenportale wie Pilze aus dem Boden schießen und die verschiedenen Anbieter sich mit Lockangeboten und Spezial-Konditionen unterbieten bzw. überbieten. Es ist ganz einfach: vergleichen, aussuchen, buchen. Doch man muss einiges beachten, ehe man ein Mietauto bucht. Konditionen, Kilometergrenzen, zweite Fahrer und vor allem die Mietwagen Versicherung wollen gut analysiert und im richtigen Umfang im Vertrag festgelegt und gebucht werden. Wir versuchen, Ihnen in diesem Beitrag einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen beim Mietwagen zu geben und geben Ihnen auch noch ein paar generelle Tipps mit auf den Weg.

Tipps für die Mietwagensuche

Grundsätzlich sollten Sie einige Tipps bei der Suche nach einem Mietwagen beherzigen, wenn Sie sich vor bösen Überraschungen schützen wollen. Wie so oft steckt auch hier der Teufel im Detail. Natürlich informieren Sie sich vorher über die verschiedenen Konditionen und Preise der Mietwagenverleiher. Das geht mittlerweile online wirklich einfach. Achten Sie dabei aber immer auf das Kleingedruckte und schauen Sie nicht nur auf den Preis des Paketes. Versteckte Neben- und Zusatzkosten sind typische Fallen beim Mietwagenvertrag, die Sie durch gründliches Prüfen und guter Planung vermeiden können. Wir haben eine kleine Checkliste für Sie erstellt, in der die wichtigsten Punkte bei Abschluss eines Mietwagenvertrages zusammengefasst sind.

Mietwagen Buchung Checkliste

  1. Buchen Sie Ihren Mietwagen möglichst von Deutschland aus, auch, wenn Sie den Mietwagen im Ausland nutzen wollen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass Sie bei Schäden und Problemen einen Ansprechpartner in Deutschland haben, mit dem Sie in Ihrer Muttersprache kommunizieren können, sondern der Vertrag über den Mietwagen unterliegt dann auch deutschem Recht. Vertragliche Streitfälle können so in Deutschland und nach deutschem Recht geklärt werden. Buchen Sie in Ihrem geplanten Aufenthaltsland oder auf einer nationalen Webseite, dann müssen die Streitfälle auch im jeweiligen Land geklärt werden. Sie können sich vorstellen, dass das nicht immer problemlos möglich ist.
  2. Haben Sie in Deutschland gebucht, dann unterschreiben Sie möglichst keine zusätzlichen Unterlagen vor Ort. Eine der großen Mietwagen-Fallen ist es, dass man diese meist nicht in seiner Muttersprache und oft auch nicht in Englisch vorgelegt bekommt und so Gefahr läuft, einen ganz neuen Vertrag mit komplett anderen Konditionen zu unterschreiben.
  3. Früher waren Verträge über einen Mietwagen üblicherweise mit einer Kilometerbegrenzung belegt. Dies ist heute nicht mehr Standard. Sollten Sie dennoch solch einen Vertrag abschließen wollen, überdenken Sie gründlich, wie hoch oder niedrig die Kilometergrenze sein soll. Bei Überschreiten der vertraglich vereinbarten Grenze erwarten Sie meist extrem hohe Kosten pro weiterem gefahrenen Kilometer.
  4. Oft ist ein zweiter Fahrer im normalen Vertrag nicht mit eingeschlossen und diese Möglichkeit muss zusätzlich gebucht werden. Dabei richtet sich der Preis dafür recht oft nach dem Alter des Zweitfahrers. Ist dieser unter 25 Jahren alt, kostet es oft deutlich mehr. Grundsätzlich orientieren sich die Autovermieter häufig am Alter und bieten für sehr junge und auch für recht alte Fahrer höhere Preise an.
  5. Eine der Mietwagen-Fallen, bei denen höhere Kosten entstehen können, ist auch die Tankregelung. Wenn Sie nur bezahlen wollen, was Sie auch verfahren, dann wählen Sie die Option Voll/Voll. Es ist nahezu unmöglich, den Tank gänzlich leer zufahren oder mit der exakt gleichen Füllmenge wie beim Erhalt des Wagens wieder abzugeben. Meist geht man auf Nummer sicher und tankt dann mehr als man müsste.
  6. Ein besonders heikler Punkt beim Mietwagen sind die Versicherungen. Schnell hat man hier zu einem günstigen Paket ohne ausreichenden Versicherungsschutz gegriffen. Wichtig sind eine Haftpflichtversicherung, ein Vollkaskoschutz (am besten ohne Selbstbeteiligung) und eine Diebstahlversicherung. Wir werden auf die Versicherungen für den Mietwagen im folgenden Teil nun ausführlich eingehen.

Mietwagen Versicherung und Haftung

Ein sehr wichtiger Punkt bei der Buchung eines Mietwagens ist die Versicherung. Oft locken zum Beispiel günstige Mietwagen mit niedrigen Versicherungskosten. Seien Sie hier besonders vorsichtig und prüfen Sie genau, welche Versicherungen und vor allem zu welchen Konditionen Ihnen diese angeboten werden. Achten Sie also nicht nur auf einen günstigen Preis, sondern vor allem auf eine ausreichende Versicherung Ihres Mietwagens. Eine Vollkaskoversicherung und eine Diebstahlversicherung sollten Sie mindestens abschließen. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigen Versicherungen für Mietwagen ein und erläutern noch zusätzlich mögliche Versicherungen.

Mietwagen Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung (Liability Insurance) ist immer abzuschließen. In den meisten Fällen ist sie schon grundsätzlicher Bestandteil des Buchungspreises, denn sie ist in fast allen Ländern Pflicht. Sie schützt den Fahrer vor Ansprüchen auf Ersatz wegen Schäden am Wagen eines Unfallgegners, Personenschäden oder Sachschäden. Da kann schnell eine ganze Menge Geld zusammenkommen. Deswegen empfehlen wir, eine Versicherung mit einer Deckungssumme im deutschen Standard, also von mindestens 1 Million Euro, besser aber höher, abzuschließen. Achten Sie unbedingt auf die konkrete Nennung der Summe und gehen Sie nicht auf Bezeichnungen wie gesetzliche Mindesthöhe ein, denn diese kann durchaus auch 0 Euro betragen.

Sind Sie häufig im Ausland unterwegs und eben auch mit einem Mietwagen, dann könnte für Sie die sogenannte Mallorca-Police interessant sein. Die auch Mallorca-Klausel genannte Leistung stockt den Schutz der obligatorischen Haftpflichtversicherung des Landes, in dem Sie den Mietwagen versichern, auf die Höhe Ihrer Kfz-Haftpflicht auf. So ersparen Sie sich Diskussionen und Ärger mit gesetzlichen Mindestversicherungsleistungen, die oftmals weit unter dem deutschen Standard und unter den tatsächlichen Kosten, die auf Sie zukommen können, liegen.

Mietwagen Kfz-Haftpflicht und Vollkasko

©PhotographyByMK/Fotolia

Mietwagen Versicherung – Vollkaskoversicherung

Mit einem Vollkaskoschutz versichern Sie sich als Fahrer gegen Schäden am Mietwagen. Englische Bezeichnungen sind oft Collision Damage Waiver oder auch Loss and Damage Waiver. Vor Abschluss einer Vollkaskoversicherung müssen Sie sorgfältig prüfen, welche Schäden am Mietwagen diese nicht abdeckt. Oft sind Schäden am Glas, am Unterboden oder an den Reifen ausgenommen und Sie sollten eine Zusatzversicherung für Glas und Boden für den Mietwagen abschließen. Beim Abschluss der Vollkaskoversicherung stehen Ihnen zwei Möglichkeiten offen. Die Vollkasko mit und die ohne Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt). Eine Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung erscheint immer auf den ersten Blick verlockender, weil sie günstiger ist, doch hier sollten Sie nicht sparen. Schnell ist etwas passiert und die Urlaubskasse dank Selbstbeteiligung schnell leerer als gedacht. Im Folgenden gehen wir auf die Unterschiede der beiden Vollkasko-Arten ein.

Vollkasko mit Selbstbeteiligung

Buchen Sie eine Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung (Deductible oder auch Excess), zahlen Sie im Falle eines Schadens am Fahrzeug diesen bis zur vereinbarten Höhe oder den entsprechenden Anteil selbst. Die Höhe dieser Selbstbeteiligung variiert in den verschiedenen Ländern teilweise recht stark und kann bis zu mehreren tausend Euro betragen. Entscheiden Sie sich für diese Art der Vollkasko, ist es umso wichtiger, dass Mietauto vor Übernahme auf Vorschäden zu überprüfen und möglichst auch zu fotografieren. Lassen Sie sich nicht ohne detailliertes Übergabeprotokoll abspeisen. In manchen Ländern und bei einigen Autovermietern sind zum Beispiel Kratzer unter zehn Zentimetern grundsätzlich kein Problem und fallen unter eine Kulanzregelung. Aber sicher ist sicher! Sie können sich nur auf das verlassen, was Sie schriftlich haben. Kommt es dann doch zum Streitfall, kann es für Sie teuer werden.

Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung

Der ADAC und auch wir von der Anwaltssocietät Wegener & Wittkowski empfehlen den Abschluss einer Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Auf internationalen Dokumenten werden Sie dafür den Namen Excess Refund oder Refundable Deductible begegnen. Sie zahlen im Schadensfall nichts dazu. Die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung sieht im ersten Moment teurer aus, aber Sie wissen, wie schnell etwas passieren kann. Gerade im Urlaub, wenn man auf fremden Straßen, mit fremden Regeln und einem ganz anderen Verkehrsverhalten unterwegs ist, passieren doch häufiger einmal Unfälle. Manchmal ist man auch selbst etwas abgelenkt, weil jemand quengelt oder man beeindruckt auf ein Felsmassiv oder wunderbare Weinberge schaut.

Mietwagen Versicherung – zwei Varianten des Vollkaskoschutzes ohne Selbstbeteiligung

Für die Mietwagen Versicherung sind hier zwei Möglichkeiten vorhanden, die Sie beachten sollten. In Verträgen komplett ohne Selbstbeteiligung wird Ihnen definitiv nichts in Rechnung gestellt. Oft sind aber auch nur scheinbare Vollkaskoversicherungen festgelegt, bei denen Sie die Selbstbeteiligung vom Veranstalter/ Vermittler oder Vermieter erstattet bekommen. In diesem Fall bekommen Sie also in jedem Fall eine Rechnung und müssen die Kosten begleichen. Nur mit einem Schadensbericht und dem Nachweis über die Zahlung Ihrerseits bekommen Sie dann die Erstattung.

Tipp: Halten Sie die Augen nach einem Vollkaskoschutz inklusive Zusatzschutz für Glas, Boden, Dach etc. auf. Das ist häufig günstiger als noch eine Zusatzversicherung aufzunehmen und Sie sparen sich vor allem die Aufnahme der Vorschäden am Auto, da Sie für diese ja ohnehin nicht aufkommen müssen.

Diebstahlversicherung beim Mietauto

Gar nicht so selten ist der Diebstahl des Mietautos. Deswegen raten wir und auch Experten vom ADAC zum Abschluss einer Diebstahlversicherung für den Mietwagen. Auch die Diebstahlversicherung gibt es mit und ohne Selbstbeteiligung. Sie gilt nur für den Mietwagen, nicht für persönliche Dinge, die sich im Auto befanden, als der Wagen gestohlen wurde. Es besteht kein Versicherungsschutz, wenn Sie vorab einen Schlüssel für den Wagen verloren haben, denn dies wird als grobe Fahrlässigkeit gewertet.

Weitere Versicherungen für einen Mietwagen

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, neben der Haftpflcht- und der Vollkaskoversicherung noch weitere Versicherungen beim Mietwagen abzuschließen. Zwei wollen wir Ihnen noch kurz vorstellen.

Mietwagen Versicherung – die Personeninsassenversicherung

Die Personeninsassenversicherung haftet bei Schäden, die mitfahrende Personen in Ihrem Auto erleiden. Ob Sie diese Mietwagen Versicherung benötigen, richtet sich nach den Mitfahrern in Ihrem Auto. So wird die Gefahr, dass Familienmitglieder Sie mit einer Schmerzensgeldforderung belasten, recht gering sein. Doch schon anders sieht es bei Ihnen fremden Personen aus, die mit Ihnen im Mietauto sitzen. Stehen die Personen Ihnen nicht so nahe, handelt es sich beispielsweise um einen Geschäftspartner, dann sollten Sie über eine zusätzliche Mietwagen Versicherung in Form der Personeninsassenversicherung durchaus nachdenken.

Mietwagen Personeninsassenversicherung Schmerzensgeld

© bluedesign/Fotolia

Die Leistungen der Personeninsassenversicherung sind von Land zu Land unterschiedlich. Folgende Eventualitäten sollten von der Versicherung abgedeckt sein:

  • Notfallmedizin am Unfallort
  • Todesfall, Verlust von Körperteilen, Erblindung
  • Rücktransport des Leichnams bei einem Unfall mit Todesfolge
  • Verdienstausfall während der Genesungszeit

Mietwagen Versicherung bei Pannen

Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung sichert Sie bei Schäden am Mietwagen ab. Doch unbedacht bleiben die Folgekosten, die bei einem Unfall entstehen können. Dazu zählen zum Beispiel der Abschleppdienst, Kosten für eine Hotelübernachtung oder Taxi-Gebühren. Aber auch einen Ersatzwagen bekommt man oftmals nur aus Kulanz des Vermieters. Hier greift die Pannenversicherung, auch Roadside Assistence oder Road Safe genannt. Sie benötigen diese Zusatzversicherung nicht, wenn Sie Mitglied eines Automobilclubs wie dem ADAC sind oder einen entsprechenden Kfz-Schutzbrief besitzen.

Haben Sie dies alles bedacht, dann steht der Anmietung eines Wagens nichts mehr im Wege und Sie haben den vollen Kostenüberblick. Und doch passiert es, dass mehr als vereinbart von Ihrer Kreditkarte eingezogen wird, als der Vertrag es vorgesehen hat. Achten Sie deswegen in jedem Fall auf die Abrechnung des Verleihers, denn auch Kosten für Falschparken, Tempoüberschreitungen und andere Verstöße gegen geltendes Verkehrsrecht des Landes werden mit eingezogen. Lassen Sie sich immer die Nachweise schicken, denn leider gibt es auch schwarze Schafe, die für Verstöße Geld einziehen, die es gar nicht gab oder die nicht zutreffend sind. Im Zweifelsfalle ziehen Sie immer einen spezialisierten Anwalt für Verkehrs- und Versicherungsrecht hinzu, der Sie kompetent berät und unterstützt.