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Das Berliner Kammergericht hatte sich kürzlich mit folgendem Fall zu beschäftigen:

Der Kläger wurde unverschuldet in einen Unfall verwickelt. Er ließ sein Fahrzeug in einer Werkstatt reparieren, konnte jedoch die Rechnung von fast 5.000,00 € nicht bezahlen, da auf seinem Girokonto ein nur deutlich geringerer Betrag vorhanden war. Das Fahrzeug verblieb deshalb mehr als zwei Monate bei der Werkstatt, die ihr Unternehmerpfandrecht geltend machte, weshalb der Kläger das Fahrzeug erst wieder erhielt, nachdem die gegnerische Versicherung den Reparaturkostenbetrag bezahlt hatte. Der Kläger verlangte mit der Klage die Zahlung der Nutzungsausfallentschädigung für den genannten Zeitraum.

Das Kammergericht hat die Klage mit der Begründung abgewiesen, der Kläger hätte zur Schadensminderung einen Dispokredit bei seiner Bank aufnehmen müssen. Die Kosten (Zinsen etc.), die dabei entstanden wären, wären deutlich geringer ausgefallen, als es sodann die mit der Klage geltend gemachte Nutzungsausfallentschädigung. Deshalb war es dem Geschädigten zumutbar, den Dispokredit in Anspruch zu nehmen. Im Ergebnis ist deshalb festzuhalten, dass ein Geschädigter grundsätzlich verpflichtet ist, die Reparaturkosten durch Inanspruchnahme eines Kredites oder Vorfinanzierung mit Hilfe eigener Mittel zu verauslagen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Sollte dies dem Geschädigten nicht möglich sein, so muss er frühzeitig die Versicherung des Schädigers auf diesen Umstand hinweisen.

Autor
Rechtsanwalt Christian Schmale
Fachanwalt für Verkehrsrecht