Nicht jedes Telefonieren am Lenkrad ist verkehrswidrig

Grundsätzlich gilt: Wer im Straßenverkehr am Steuer seines Fahrzeuges das Handy in die Hand nimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss eine Geldbuße von 60,00 € zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg.
Wie nunmehr das OLG Hamm entschieden hat, gilt dies dann nicht, wenn der Motor des Pkw durch eine automatische Start-Stopp-Funktion ausgeschaltet ist. In dem entschiedenen Fall hatte der Fahrer eines Pkw vor einer roten Ampel anhalten müssen, weshalb sich der Motor des Fahrzeuges automatisch durch die Start-Stopp-Funktion ausschaltete. Während dieser Phase telefonierte der Fahrer sodann mit dem Handy. Während das Amtsgericht den Fahrer in erster Instanz noch verurteilte, hob das OLG dieses Urteil zu Gunsten des Fahrers wieder auf, da bei dieser Sachlage durch das Telefonieren keine Gefährdung für den übrigen Verkehr entstehe. Insofern ist der Sachverhalt in gleicher Art und Weise zu bewerten, als wenn der Fahrer den Motor des Fahrzeuges manuell, z.B. durch Umdrehen des Schlüssels ausschaltet. Auch in einem solchen Fall liegt eine Ordnungswidrigkeit nicht vor.