Blinken ist noch keine Abbiegegarantie

Vor kurzem hatte sich das Oberlandesgericht Dresden mit folgendem Sachverhalt zu beschäftigen:

Ein Autofahrer war beim Linksabbiegen mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen. Letzterer hatte zwar vor der Kreuzung nach rechts geblinkt, war dann jedoch geradeaus gefahren. Das Gericht sprach dem Linksabbieger die Schuld zu, weil er mit dem Fehler des entgegenkommenden Fahrers hätte rechnen müssen. Allein das Blinken würde noch nicht ausreichen, um eine Garantie dahingehend zu begründen, dass das andere Fahrzeug tatsächlich abbiegt. Darauf hätte der Linksabbieger nur vertrauen dürfen, wenn das andere Fahrzeug deutlich seine Geschwindigkeit verringert und der Fahrer seinen Pkw nach rechts in die entsprechende Richtung gelenkt hätte. Dies war jedoch nicht der Fall.