Wer ohne Helm mit einem Elektrofahrrad verunfallt, hat hinsichtlich der Kopfverletzung ein Mitverschulden von 50 %.

Kürzlich hatte sich das LG Bonn mit einer Auseinandersetzung zu beschäftigen, bei dem der Käufer eines Elektrofahrrades (Speed Pedelec) vom Verkäufer Schadenersatz und Schmerzensgeld aufgrund eines erlittenen Unfalls verlangte. Der Käufer des Elektrofahrrades war bei einer Fahrt gestürzt und hatte sich u. a. schwerste Kopfverletzungen zugezogen. Er hatte hierbei keinen Helm getragen. Ursache des Sturzes war ein geplatzter Reifen aufgrund einer vorherigen fehlerhaften Montage durch den Verkäufer.

Das LG entschied, dass den Käufer ein 50 %iges Mitverschulden wegen Nichttragens des Fahrradhelms trifft und er deshalb nur die Hälfte seines Schadens verlangen kann. Zwar gebe es keine gesetzliche Pflicht, einen Helm zu tragen, da Elektrofahrräder jedoch deutlich schneller sind als übliche Fahrräder, sei das Risiko eines schweren Unfalls deutlich erhöht, weshalb ein solches Elektrorad eher einem Fahrrad mit Hilfsmotor gleichzustellen sei, für das eine Helmpflicht gilt. Es sei auch offensichtlich, dass der Fahrradfahrer nicht so schwer verletzt worden wäre, hätte er einen Helm getragen. Deshalb müsse er sich eine hälftige Kürzung seines Anspruchs gefallen lassen.

Nach alledem kann nur allen Fahrern von Elektrorädern dringend geraten werden, einen Helm aufzusetzen.