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Missverständliche Handzeichen des Vorfahrtsberechtigten führen zur Mithaftung

Ein Pkw-Fahrer hielt vor einer Grundstücksausfahrt an und bedeutete per Handzeichen einem in der Ausfahrt stehenden Fahrer eines Krankenwagens, dass er ihm das Einbiegen auf die Straße ermöglichen wolle. Der Fahrer eines neben dem Krankenwagen in der Ausfahrt stehenden Pkw bezog dieses Handzeichen auch auf sich, fuhr auf die Straße auf und kollidierte dort mit dem wiederanfahrenden bevorrechtigten Fahrzeug. Das Landgericht Berlin entschied hierzu, dass den Vorfahrtsberechtigten eine Mitschuld von 50 % trifft, da er aufgrund seines Handzeichens damit rechnen musste, dass auch der andere Pkw-Fahrer dieses als Vorfahrtsverzicht ihm gegenüber werten werde. Deshalb hätte er das Einfahren dieses Fahrzeuges gestatten müssen.