Gemäß Art 2 g Fluggastrechte VO muss für eine „Buchung“ der Fluggast entweder über einen Flugschein oder einen anderen Beleg verfügen, aus dem hervorgeht, dass die Buchung von dem Luftverkehrsunternehmen oder dem Reiseveranstalter akzeptiert und registriert wurde.

Flugschein ist gem. Art 2 f Fluggastrechte VO ein gültiges, einen Anspruch auf Beförderungsleistung begründendes Dokument oder ein gleichwertiger papierloser, auch elektronisch ausgestellter Berechtigungsnachweis, der von dem Luftverkehrsunternehmen oder dessen zugelassenen Vermittler ausgegeben oder genehmigt wurde.

Ein „anderer Beleg“ ist in der Fluggastrechte VO nicht definiert.
Nach einer Entscheidung des BGH vom 17.03.2015 reicht es, wenn dem Fluggast vom Reiseveranstalter ein Beleg überlassen worden ist, au s dem sich verbindlich die vorgesehene Luftbeförderung mit einem bestimmten, typischerweise durch Flugnummer und Uhrzeit individualisierten Flug ergibt.

Dementsprechend hat das Amtsgericht Wedding mit Urteil vom 17.05.2015 rechtskräftig entschieden, dass einem Fluggast, welcher 1 Tag vor dem Abflug eine Last-Minute-Pauschalreise bei einem Restkontingente-Vermittler buchte und bezahlte und welcher einen Flugcoupon mit einer Flugscheinnummer, der Nennung der Fluggesellschaft, der Flugnummer, der Abflugzeit sowie dem Statusvermerk „ok“ erhielt, sich darauf verlassen kann, am Abflugtag von der Fluggesellschaft befördert zu werden.
Verweigert die Fluggesellschaft die Beförderung unter Hinweis, dass der Flugcoupon nicht für die Fluggesellschaft typische Codierung habe und der Fluggast auch nicht registriert sei, so steht dem Fluggast wegen der Nichtbeförderung eine Ausgleichsentschädigung gemäß Art 7 Fluggastrechte VO zu.